Impulse für ein gutes Leben

Acht „Bürgerworkshops“ zur palliativen und hospizlichen Versorgung in und um Duderstadt von Oktober bis Februar

Acht „Bürgerworkshops“ unter dem Titel „Ausnahmesituation Leben – Impulse für ein gutes Leben“ organisieren die Hausarztpraxis Am Wall und die Caritas Südniedersachsen von Oktober 2026 bis Februar 2027. „Wir haben uns gefragt, wie wir palliativ-medizinische Themen für die allgemeine Öffentlichkeit aufbereiten können“, erklärt die Fachärztin für Allgemeinmedizin und Palliativmedizinerin Monika Anhuef von der Hausarztpraxis Am Wall. Die etwa 90-minütigen Workshops sollen nun Betroffenen, Angehörigen und allen Interessierten Impulse geben, um mit Ausnahmesituationen am Lebensende besser umgehen zu können. Angeboten wird die Veranstaltungsreihe montags um 18 Uhr im Lorenz-Werthmann-Haus Duderstadt (LWH), Scharrenstraße 9/11.

Zwei Frauen stehen vor einem Hauseingang, leicht verschwommen ist das Caritas-Logo am Haus erkennbar.
Geben „Impulse für ein gutes Leben“: Monika Anhuef (links) und Christiane Koch vor dem Eingang zum Lorenz-Werthmann-Haus Duderstadt. | Foto: Johannes Broermann / cps

Gemeinsam mit LWH-Leiterin Christiane Koch und Caritas-Vorständin Isabel Lubojanski hat Anhuef das Workshop-Konzept entwickelt. Jeder Abend soll Interessierten Gelegenheit bieten, mit Fachleuten über wichtige Lebensthemen ins Gespräch zu kommen, aber auch Fragen, Ängste und Vorstellungen mitteilen zu können.

Koch hat auch bei ihrer Arbeit im Lorenz-Werthmann-Haus festgestellt, dass die Frage nach Würde am Ende des Lebens noch ein Tabu-Thema in der Gesellschaft sei. „Das ist bei vielen mit Angst und Unsicherheit verbunden“, meint sie. Die Initiatorinnen betonen, dass Krankheiten, schwere persönliche Entscheidungen, Abschied und Trauer nicht etwa altersmedizinische Themen seien, sondern Menschen in allen Lebensphasen betreffen könnten. Der Angst und dem Tabu möchten sie entgegentreten. „Wissen reduziert Angst, und dabei ist es völlig unerheblich, ob es sich um einen Bandscheibenvorfall oder um eine lebensbedrohliche Erkrankung handelt“, sagt Anhuef.

Mit den „Bürgerworkshops“ wollen die Initiatorinnen Mut machen und Orientierung geben. Ziel sei es außerdem, ein Wissensnetzwerk aufzubauen. „Alle Fachleute kommen aus der Umgebung und stehen uns auch nach den Workshops mit ihrem Wissen zur Verfügung. Entsprechende Infos und Weitervermittlungen erfolgen zudem immer über die behandelnden Hausarztpraxen sowie die regionalen Hospiz- und Pflegedienste“, betont die Ärztin.

Seit 2024 gibt es in Duderstadt verstärkte Überlegungen, ein Tageshospiz einzurichten. Doch derzeit scheint der Bedarf teilstationärer Versorgung schwerstkranker Patienten mit dem Hospiz an der Lutter in Göttingen sowie dem 2025 eröffneten Hospizzentrum Mutter Teresa in Heiligenstadt gedeckt zu sein.

Programm und Anmeldung

Alle Workshops werden montags von 18 Uhr bis ca. 19.30 Uhr angeboten und von Monika Anhuef moderiert. Interessierte können sich für einzelne Workshops anmelden oder alle acht buchen. Anmeldungen nimmt Christiane Koch entgegen per E-Mail: c.koch@caritas-suedniedersachen.de oder unter Telefon: 0 55 27 / 9 96 86-11. Als Teilnahmebeitrag werden beim Einlass pro Abend 10 Euro in bar erhoben, enthalten ist darin auch Verpflegung. Ein möglicher Überschuss soll der Hospizarbeit im Eichsfeld zugutekommen.

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