Die Caritas-Tagespflege Duderstadt ist bei den Gästen ein beliebter Treffpunkt.
Gute Stimmung und eine angenehme Atmosphäre bietet die Tagespflege rund ums Jahr. Ob Fasching, Sommer- oder Oktoberfest, ob St. Martin oder Adventsstunde, Stefanie Jünemann und ihr Team sorgen sich um ihre Gäste. „Wir feiern die Feste im Rhythmus der Jahreszeiten“, sagt die Einrichtungsleiterin. Die Räume am Schützenring direkt am Wall im Caritas-Centrum Duderstadt werden dann entsprechend geschmückt, häufig auch mit Selbstgebasteltem. Wer die Caritas-Tagespflege betritt, merkt sofort, dass die Menschen, die hier teilnehmen, gern kommen und gut betreut den Tag verbringen.
„Zum Kennenlernen bieten wir einen Schnuppertag an. Beim ersten Treffen sind die Teilnehmenden oft noch zögerlich, aber das ändert sich meistens sehr schnell“, weiß Stefanie Jünemann. Sie erläutert, dass sie und ihr Team lieber von „Tagestreff“ statt „Tagespflege“ spricht, um das Angebot treffender zu beschreiben. Denn die Menschen, die hierherkommen, wohnen noch eigenständig zu Hause, haben aber Angehörige in der Nähe, die sich kümmern. Allerdings sind manche Angehörigen berufstätig oder haben noch andere Verpflichtungen, wollen dann während ihrer Abwesenheit ihre älteren Familienmitglieder gut aufgehoben wissen.
Nach der Mittagsruhe zum Spaziergang in den Park
„Als ich zum ersten Mal hier war, wartete meine Tochter nachmittags am Hoftor auf mich und fragte dann, ob es mir gefallen habe“, erzählt Helga Lange (88) aus Hilkerode schmunzelnd. Dann lacht sie auf und beteuert: „Jetzt kriegen die mich hier nicht mehr weg!“ Schon immer sei sie gern unter Menschen gewesen, hatte früher eine Gastwirtschaft, wo immer etwas los war.
Ursula Fraatz (90) aus Ebergötzen bestätigt das: „Ich komme gerne her, wir verstehen uns alles sehr gut.“ Im Caritas-Centrum genießt sie Gemeinschaft und Abwechslung. Sie schätzt auch die Mittagessen und die anschließende Mittagsruhe. „Und wenn das Wetter schön ist, gehen wir im Park spazieren“, fügt sie an. Der Caritas-Garten mit Terrasse, Pavillon, Beeten, zahlreichen Bäumen und viel Rasen liegt direkt ebenerdig vor der Tür.
Auch Renate Desenritter (88) ebenfalls aus Ebergötzen antwortet auf die Frage, was ihr hier gefalle, ganz spontan: „Einfach alles! Wir machen hier viel, und das Essen ist auch gut.“
Die drei Frauen haben immer ein verantwortungsvolles, arbeitsreiches Leben geführt und eigene Entscheidungen getroffen. Auch im Alter möchten sie sich nicht bevormunden lassen. Zur Tagespflege bei der Caritas sagen sie, dass sie den liebevollen Umgang, die gegenseitige Wertschätzung und das fröhliche Miteinander sehr genießen.
Sogar Sport gehöre zum täglichen Programm, erklärt Stefanie Jünemann. „Da muss niemand umherspringen, wir turnen im Sitzen, aber das hält alle beweglich“, sagt sie und die Frauen bestätigen das. Auch auf die Andachten legen die Gäste Wert, wobei die Konfessionen überhaupt keine Rolle spielen – es sei doch für alle der gleiche Gott, meinen die Frauen.
Begeistert nehmen Helga Lange und Renate Desenritter zudem am MitMachChor der Caritas im Inklusiven Campus teil. Immer donnerstags wird dort gemeinsam geprobt. Mehrfach haben sie schon das Nikolauskonzert in der Basilika mitgesungen.
Zum gemeinsamen Mittagessen treffen sich alle im Speisesaal. Auf den Tischen stehen bunte Gestecke. Die Stimmung ist heiter und allen ist die Freude darüber anzumerken, nicht allein zu sein.
Unterschiedliche Stärken kommen zusammen
„Wir möchten Gemeinschaft und Abwechslung bieten. Sowohl Fachkräfte als auch geschulte Ehrenamtliche gestalten den Alltag in der Tagespflege. Dabei kommen ganz unterschiedliche Stärken und Interessen zusammen. Eine unserer Betreuerinnen ist gelernte Hauswirtschafterin, und sie bietet zum Beispiel gemeinsames Kochen an“, erklärt Stefanie Jünemann. Aber auch Basteln, Gesellschaftsspiele, Spaziergänge, Feiern und weitere Aktionen stehen auf dem Programm – im Wechsel mit Ruhe und Rückzug. Nach dem Essen warten schon Decken und Kissen auf bequemen Liegesesseln, um die Mittagsruhe einzuläuten. Nachmittags gibt es dann Kaffee, Kuchen und weitere Gruppenangebote.
Die Teilnehmenden werden morgens vom Caritas-Fahrdienst abgeholt und nachmittags wieder nach Hause gebracht. So haben auch pflegende und kümmernde Angehörige etwas mehr Freiraum. Die Teilnehmenden können selbst entscheiden, ob die einen Tag oder mehrere Tage in der Woche ins Caritas-Centrum kommen möchten. Ziel sei es, so Stefanie Jünemann, den Menschen möglichst lange ein Leben im häuslichen Umfeld zu erhalten, aber sie tagsüber gut betreut zu wissen. Für Beratungsgespräche steht sie Interessierten zur Verfügung.
Kontakt und Infos bei www.tagespflege-duderstadt.de und per Telefon: 0 55 27 / 98 13-46.
Claudia Nachtwey



