Inklusiver Campus in Duderstadt

Inklusion ist dann umgesetzt, wenn niemand mehr darüber redet!

Mit dem Projektvorhaben „Inklusiver Campus in Duderstadt“ wird durch die Vernetzung und Weiterentwicklung der vorhandenen vorschulischen, schulischen und familiären Bildungs-, Beratungs- und Unterstützungsangebote eine inklusive kommunale Bildungsstruktur mit Modellcharakter entstehen. Dieser Prozess ist beispielhaft für den Weg einer Kommune bzw. Gemeinwesens mit einem kirchlichen Träger zu einem inklusiven frühkindlichen Bildungsangebot. Er ist landes- wie bistumsweit einmalig.

Zielsetzung dieses einzigartigen „Inklusionsvorhabens“ ist es, allen Menschen mit und ohne Behinderung, unabhängig von ihrer Herkunft und Religion sowie unabhängig von der sozialen Lebenslage, Chancen zu ermöglichen, gleichberechtigt zu leben, voneinander zu lernen, miteinander zu wachsen und am gesellschaftlichen Leben selbstverständlich teilzunehmen.

Downloadausschreibung

Bündelung der kommunalen, frühkindlichen Bildungsstruktur

Die ersten Überlegungen für den „Inklusiven Campus“ (für Kinder von der Krippe bis zur 10. Klasse) reichen bis ins Frühjahr 2014 zurück. Damals wurden im Landtag von Hannover mit Staatssekretär Peter Bräth, Vertretern der Kommune, des Landkreises, des Bistums (Schulabteilung und Caritas) und Propst Bernd Galluschke erste Sondierungsgespräche geführt. Ein Jahr später gründete sich eine vom Landkreis Göttingen und der Stadt Duderstadt sowie Propst Galluschke initiierte fach- und trägerübergreifende Arbeitsgruppe. An dieser Arbeitsgruppe waren die lokal verorteten Schulleitungen sowie Einrichtungsleitungen der Kita St. Klaus und der heilpädagogischen Tagesstätte St. Raphael sowie der Konvent der Ursulinen besonders beteiligt. Der Schwerpunkt war, sich mit der Entwicklung eines zukunftsfähigen Konzeptes für eine „inklusive kommunale Bildungsstruktur“ in Duderstadt auseinanderzusetzen.

Beteiligungsorientiert erarbeitet wurde ein Konzept, das unter dem Dach des Caritasverbandes Südniedersachsen e.V. mit dem Arbeitstitel „Inklusiven Campus in Duderstadt“ die Weiterentwicklung und Bündelung der kommunalen, frühkindlichen Bildungsstruktur vorsieht.

In einem ersten Schritt sollen dazu eine Krippe, eine Kita, eine heilpädagogische Kita, eine Hortgruppe und ein Familienzentrum sowie niedrigschwellige Beratungsangebote für Kinder und Familien in das Gebäude der ehemaligen Pestalozzi-Schule in Duderstadt integriert werden. Mit einem Facharchitekten sowie den (heil-)pädagogischen Fachkräften der Kita St. Klaus und der Tagesstätte St. Raphael sowie des Caritasverbandes wurde ein inklusives und barrierefreies Raumkonzept für das mitten im Herzen der Stadt Duderstadt liegende Gebäude entwickelt. Ab Sommer 2020 werden im „Inklusiven Campus“ rund 170 Kinder im Alter von einem Jahr bis zum 10. Lebensjahr durch ein qualifiziertes inklusives Bildungs- und Betreuungsangebot betreut und beheimatet sein. 

Konzeptionell und pädagogisch setzen wir Maßstäbe mit dem „Inklusiven Campus“! Kinder sind grundsätzlich unser größter Schatz und unsere Zukunft. Sie sind einzigartig, von Gott geschaffen. Ihre Eigenständigkeit und Kreativität sollen im „Inklusiven Campus“ Raum und Herausforderungen bekommen.

Diversität stellt für uns eine Bereicherung dar! Denn je verschiedener die Kinder einer Kindergruppe sind, desto mehr Bildungschancen liegen im gemeinsamen Spiel, und Kinder lernen umso mehr miteinander und voneinander. Jedes Kind ist insofern eine Bereicherung der Gemeinschaft. Kinder müssen die Erfahrung machen, „ich kann etwas“, „ich gehöre dazu“ und „gemeinsam sind wir stark“. Aufgabe der Pädagogik ist es, gemeinsam mit den Kindern eine ihnen entsprechende und anregende Lernumgebung zu gestalten.

Bezug im August 2020

Im Sommer 2019 wird mit dem barrierefreien Um- und Ausbau des ehemaligen Pestalozzi-Schulgebäudes in der Neutorstraße 6 in Duderstadt begonnen. Nach Abschluss der Bauarbeiten werden wir ab August 2020 unser „Haus der Inklusion“ mit den uns anvertrauten Kindern mit Leben und Freude füllen zu können.

Parallel hat die Caritas 2018 einen Organisationsentwicklungsprozess angestoßen, um das „Zusammenwachsen“ der am Prozess beteiligten Einrichtungen, Akteure sowie Mitarbeitenden gemeinsam, konzeptionell und zielorientiert zum Wohle der Kinder zu gestalten. Dieser Prozess wird von einem externen Coach begleitet und moderiert.

Name gesucht

„Inklusiver Campus in Duderstadt“ ist Programm und Arbeitstitel, aber nicht der künftige Name unseres „Hauses der Inklusion“! Derzeit sind wir auf der intensiven Suche nach einem Namen. Dieser soll Vielfalt und Inklusion symbolisieren, etwas mit Duderstadt und Kirchgeschichtlichem zu tun haben und für die Kinder „greifbar“ sein.

Haben Sie eine Idee?! Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie uns bei der Namensfindung für unser „Inklusionsvorhaben“ unterstützen! Gerne schreiben Sie uns zeitnah per E-Mail und mit kurzer Begründung an: info@caritas-suedniedersachsen.de

Links zum Thema

»Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung vorbildhaft gestalten« – Bericht über Präsentation der Baupläne
„Normalität der Inklusion entfaltet sich“ – Interview mit Propst Bernd Galluschke, Vorsitzender des Caritasrats
Inklusiver Campus in Duderstadt mit Baustart im August – Bericht im Eichsfelder / Göttinger Tageblatt