Der Frage "Wo wohnt Gott?" auf der Spur

„Wo wohnt Gott?“ Unter dieser Frage stand am Mittwochabend die nächste Veranstaltung der Veranstaltungsreihe „Wohnen – Wo ist das Problem?" im Caritas-Centrum in Göttingen. Organisiert wird die Veranstaltungsreihe von der Katholischen Akademie im Bistum Hildesheim.

Ausrichter der jetzigen Veranstaltung waren die katholische Kirche im Dekanat Göttingen und der Caritasverband Südniedersachsen. Sie sind neben der Katholischen Hochschulgemeinde, der Gesundheitsregion Göttingen/Südniedersachsen und dem Freien Theater boat people projekt Kooperationspartner der Veranstaltungsreihe.

Zum Auftakt des Abends trafen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in der Kapelle von St. Godehard. Hier begrüßte sie Dechant Wigbert Schwarze herzlich, und stellte die Veranstaltungsreihe noch einmal kurz vor. Gemeindereferentin Barbara Matusche führte anschließend mit einem Impuls zum Thema des Abends hin. „Gott wohnt auch dort, wo jemand Hilfe braucht. Und wir begegnen ihm in verschiedenen Situationen unseres Lebens“, sagte Matusche.

Nach dem Impuls begaben sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ins benachbarte Caritas-Centrum. Auf dem kurzen Weg dorthin berichtete Ralf Regenhardt, Vorstandssprecher des Caritasverbandes Südniedersachsen, von der guten Zusammenarbeit von katholischer Kirche und Caritas vor Ort: „Gemeinsam geben wir der Nächstenliebe ein Gesicht.“

  • Drei Personen sitzen an einem Tisch
    Szenische Darstellung eines Elterngespräches in der Kindertagesstätte
  • Ein Mann steht in einer Kapelle
    Dechant Wigbert Schwarze begrüßte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer

Eine szenische Darstellung eines Beratungsfalls hatten Maria Weiss, von der allgemeinen Lebens- und Sozialberatung, Magdalena Bunte, von der Schwangerenberatung, und Kerstin Falkuß, Leiterin der Kindertagesstätten im Caritas-Centrum St. Godehard, vorbereitet. Die Ausgangssituation besagte, dass ein Familienvater nach zehn Jahren in einer Firma arbeitslos wird und diese Tatsache aus Scham zunächst vor seiner Frau verheimlichte. Aus Geldnot hat er die letzte Monatsmiete für die Wohnung nicht bezahlt. Die Situation zwischen den Ehepartnern ist angespannt. Auch die beiden Kinder, 2 und 4 Jahre alt, bekommen die Streitigkeiten der Eltern mit, und werden im Kindergarten verhaltensauffällig. Die Eltern, dargestellt von Magdalena Bunte und Barbara Matusche, werden daraufhin zu einem Gespräch in den Kindergarten gebeten. Dort zeigt sich dann, welche Sorgen das Ehepaar belasten, und Kerstin Falkuß vermittelt ihnen einen Termin bei Maria Weiss.

Im Gespräch mit Maria Weiss erhält das Ehepaar dann unter anderem Adressen von Institutionen, bei denen sie sich melden müssen, um finanzielle Unterstützung zu erhalten. So hat der Mann sich bislang noch nicht arbeitslos gemeldet, was jetzt dringend nachgeholt werden muss. Auch ein Gespräch mit dem Vermieter über die Gründe der Nichtzahlung sollte schnell erfolgen. Zudem sollten verschiedene Anträge beispielsweise für Wohngeld gestellt werden. Für die Darstellung erhielten die Darstellerinnen viel Applaus.

Nach der Darstellung des Falls traten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Abends in eine kurze Diskussion ein. Hierbei wurde deutlich, dass die vielen Anträge, die gestellt werden müssen, für Betroffene oftmals eine große Hürde darstellen.

„Aus diesem Grund sind professionelle Beratungsangebote wichtig. „Menschen müssen gesehen werden und nicht nur als Fall betrachtet werden“, erklärte Ralf Regenhardt. Deshalb sei es wichtig, den Menschen zuzuhören. „Gott wohnt dort, wo die Würde nicht von der Leistung abhängt. Und er wohnt dort, wo Menschen für einander da sind“, sagte er abschließend.